OEE (Overall Equipment Effectiveness) / TPM (Total Productive Maintenance):
„Verluste sichtbar machen, die niemand sehen wollte"

Der OEE (Overall Equipment Effectiveness) zeigt, was eine Anlage wirklich leistet. Nicht was sie theoretisch könnte. Und er zeigt, wo Verluste entstehen. Verfügbarkeit, Leistung, Qualität. Wer das misst, hat keine Ausreden mehr. Wer es nicht misst, hat keine Chance zur Verbesserung. TPM (Total Productive Maintenance) ist der Weg dorthin.

✦ Michael von Plettenberg · OEE · TPM · Instandhaltung · Automotive · Maschinenbau · Medizintechnik

OEE: „Die ehrlichste Kennzahl der Produktion"

Overall Equipment Effectiveness ist die Kennzahl, die keine Ausflüchte zulässt. Sie misst das Produkt aus drei Faktoren und macht damit sichtbar, was in der Produktion wirklich verloren geht. In meinen Mandaten war der OEE-Aufbau immer der erste Schritt. Nicht weil ich Zahlen liebe, sondern weil ohne Messung keine gezielte Verbesserung möglich ist.

A
Verfügbarkeit
Geplante Laufzeit minus ungeplante Stillstände. Zeigt, wie zuverlässig die Anlage läuft.
L
Leistung
Tatsächliche Ausbringung versus theoretisches Maximum. Zeigt Taktzeitverluste und Mikrostopps.
Q
Qualität
Gutteile versus Gesamtproduktion. Zeigt Ausschuss, Nacharbeit und Anlaufverluste.
OEE = Verfügbarkeit × Leistung × Qualität · Weltklasse: 85% · Typischer Start in Mandaten: 45 bis 60%

Der Schock kommt immer beim ersten OEE. Unternehmen, die glauben, ihre Anlagen laufen gut, sehen plötzlich einen OEE von 48 oder 52 Prozent. Das ist kein Versagen. Das ist Realität, die bisher nicht gemessen wurde. Der OEE macht den Verbesserungspotenzial sichtbar. Und er zeigt genau, wo anzusetzen ist: Verfügbarkeit, Leistung oder Qualität.

„Ein OEE von 55% bedeutet: 45% der Kapazität dieser Anlage werden täglich verschenkt. Das ist die teuerste Investition, die ein Unternehmen nie getätigt hat."
— Michael von Plettenberg

Was ich konkret „umgesetzt habe"

  1. 1

    OEE-Messung und Transparenz aufgebaut

    In jedem Mandat beginnt OEE mit der Datenerfassung. Stillstandszeiten, Taktzeitverluste, Ausschussmengen. Zuerst manuell erfasst am Shopfloor-Board, dann systematisch digitalisiert. Der OEE-Wert wird täglich sichtbar gemacht: für den Maschinenführer, den Meister, den Produktionsleiter und die Geschäftsführung. Transparenz auf allen Ebenen gleichzeitig.

  2. 2

    TPM-System eingeführt

    Total Productive Maintenance bedeutet: Instandhaltung ist nicht allein Sache der Instandhaltungsabteilung. Der Maschinenführer reinigt, inspiziert und meldet Auffälligkeiten. Die Instandhaltung führt geplante Wartungen durch. Die Meisterebene koordiniert. In meinen Mandaten habe ich TPM als Stufenmodell eingeführt: beginnend mit autonomer Wartung, aufbauend bis zur vorbeugenden Instandhaltung.

  3. 3

    Predictive Maintenance integriert

    Sensorik an kritischen Anlagen misst kontinuierlich Temperatur, Vibration und weitere Parameter. Abweichungen vom Normbereich werden automatisch erkannt und eskaliert. Die Anlage meldet sich, bevor sie ausfällt. Ungeplante Stillstände sinken drastisch. Die Instandhaltung wird planbar statt reaktiv. Das ist die Verbindung von TPM und Industrie 4.0.

  4. 4

    Instandhaltungsorganisation restrukturiert

    In vielen Unternehmen ist die Instandhaltung reaktiv organisiert. Sie reagiert auf Störungen. Das ändert sich mit TPM. Ich habe Instandhaltungsabteilungen von der Feuerwehr zur vorausschauenden Einheit entwickelt: mit Wartungsplänen, Ersatzteilmanagement, klaren Verantwortlichkeiten und messbaren KPIs für die Instandhaltungsleistung selbst.

  5. 5

    Komplettes KPI-System aufgebaut

    OEE ist eine Kennzahl. Ein vollständiges KPI-System verbindet sie mit Liefertreue, Bestandsentwicklung, Qualitätsquoten und Forecast-Qualität. In meinen Mandaten habe ich immer das Gesamtsystem aufgebaut. OEE allein sagt wenig. OEE im Kontext aller relevanten Steuerungsgrößen ist ein Führungsinstrument.

Vier Kernaussagen „zu OEE und TPM"

01

OEE macht Verluste sichtbar, die niemand sehen wollte

Die häufigste Reaktion auf den ersten OEE-Report ist Unglaube. Dann Schweigen. Dann Akzeptanz. Der OEE lügt nicht. Er zeigt, was täglich an Kapazität und Qualität verloren geht. Wer ihn kennt, hat keine Ausrede mehr. Und kein Unternehmen, das ihn kennt, will mehr ohne ihn führen.

02

TPM ist Kulturwandel, nicht Wartungsplan

Total Productive Maintenance scheitert nicht an der Methode. Es scheitert an der Kultur. Wer TPM als Checkliste einführt, bekommt eine Checkliste. Wer es als Führungsphilosophie einführt, bekommt eine Organisation, die ihre Anlagen versteht und pflegt. Der Unterschied liegt in der Überzeugung der Führung.

03

Ohne Messung keine Verbesserung

Was nicht gemessen wird, wird nicht verbessert. Das gilt für OEE genauso wie für jeden anderen KPI. Der erste Schritt in jedem Mandat ist der Aufbau der Messsysteme. Erst danach kann gezielt interveniert werden. Bauchgefühl ist kein Führungsinstrument.

04

Instandhaltung ist Chefsache

Anlagenverfügbarkeit entscheidet über Lieferfähigkeit, Qualität und Kosten. Wer Instandhaltung als Nebenprozess behandelt, zahlt den Preis in Form von Stillständen, Nacharbeit und verlorenen Kunden. In meinen Mandaten war Instandhaltung immer Chefsache. Sie gehört auf die Agenda der Geschäftsführung und des COO.

„TPM ist kein Projekt. Es ist eine Entscheidung, wie ein Unternehmen mit seinen Anlagen und seinen Menschen umgeht."
— Michael von Plettenberg
85%
OEE Weltklasse
als Zielwert
3
Branchen:
Auto · Maschinen · Medizin
5
Umsetzungsschritte
in der Praxis
KI
Predictive Maintenance
nächste Stufe

M v P
Michael von Plettenberg
Dipl.-Ing. · Dipl.-Wirtschaftsing. · M.Sc.

25+ Jahre Führungserfahrung als CEO, COO und Site Manager in Automotive, Maschinenbau und Medizintechnik. OEE, TPM und Predictive Maintenance aus der Praxis. Anlagenverfügbarkeit als messbarer Wettbewerbsvorteil.

← Zurück zur Hauptseite · von-plettenberg.eu