Interim Management bedeutet „nicht" Beratung
Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen einem Berater und einem Interim Manager: Der Berater empfiehlt. Der Interim Manager entscheidet – und trägt die Konsequenzen. Wer mich engagiert, bekommt keine Präsentation. Er bekommt jemanden, der am ersten Tag anfängt zu führen.
In meinen Mandaten als CEO, COO, Site Manager oder VP Operations übernehme ich volle operative Verantwortung: Unterschriftsvollmacht, Personalverantwortung, Budget- und Ergebnisverantwortung – alles, was zur Rolle gehört. Kein Halbmandat, kein beobachtendes Begleiten. Gesamtverantwortung auf Zeit.
„Ich spreche Shopfloor. Ich spreche Boardroom. Ich bringe beides zum Laufen."— Michael von Plettenberg
Die Rollen – „was steckt dahinter"
CEO, COO, Site Manager, VP Operations, Standortleiter – die Titel klingen ähnlich, die Mandate sind es nicht. Je nach Situation hat das Unternehmen andere Baustellen. Hier ist, was jede Rolle konkret bedeutet:
CEO ad interim
Gesamtverantwortung über alle Funktionen. Steuerung von Operations, R&D, Finance, Vertrieb und Einkauf in einer Person. Direktes Reporting an Gesellschafter, Aufsichtsrat oder Holding.
- Holding-Strukturen und Multi-Standort-Steuerung
- Cash-Flow und Liquiditätssicherung
- Strategische Neuausrichtung mit sofortiger operativer Wirkung
- Vertrauensbrücke zwischen Eigentümern und Belegschaft
- Restrukturierung und Transformation auf Vorstandsebene
COO ad interim
Verantwortung für den gesamten operativen Kern: Produktion, Logistik, Einkauf, Qualität, Instandhaltung. Der COO ist derjenige, der die Fabrik zum Laufen bringt – oder wieder zum Laufen bringt.
- Durchlaufzeiten, OEE, WIP – messbare Verbesserung in Wochen
- Lean Manufacturing, One-Piece-Flow, Shopfloor Management
- IATF 16949 und Qualitätssystemaufbau
- Verlagerungsprojekte (D → USA, Europa → Asien)
- FTE-Optimierung und Strukturanpassung
Site Manager / Standortleiter
Vollständige Gesamtverantwortung für einen Produktionsstandort – oft mit Generalvollmacht. Operations, R&D, Einkauf, Konstruktion, Sicherheit, Infrastruktur. Der Standort ist das Mandat.
- Standortstabilisierung nach Krise oder Führungswechsel
- Mitarbeiterverantwortung bis zu 2.200 Personen
- Generalvollmacht für alle standortrelevanten Entscheidungen
- Schnittstellenmanagement zu Konzern, Betriebsrat, Behörden
- Kulturwandel und Teamaufbau unter Zeitdruck
VP Operations Europe
Wenn Operations international neu ausgerichtet werden muss. Mehrere Standorte, mehrere Kulturen, eine gemeinsame Steuerungslogik. Vom Shopfloor bis zum Executive Board.
- Mehrere Standorte in DACH und Europa
- Einheitliche KPI-Strukturen und Reporting-Standards
- Papierlose Fertigung und Digitalisierung rollout-fähig machen
- Supply Chain auf europäischer Ebene integrieren
- Direktes Reporting an CEO EMEA oder Executive Board
Wann braucht ein Unternehmen „einen Interim Manager?"
Die Fälle, in denen Interim Management auf Top-Executive-Ebene sinnvoll ist, sind immer konkret – nie abstrakt. In meiner Erfahrung kommen Unternehmen in vier typischen Situationen auf mich zu:
-
1
Führungsvakuum
Der bisherige CEO oder COO ist ausgefallen, hat gekündigt oder wurde abberufen. Das Unternehmen braucht sofort eine erfahrene Führungsperson mit Vollmacht – keine Übergangslösung aus dem mittleren Management. Ich übernehme binnen 72 Stunden.
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2
Operative Krise
Lieferfähigkeit bricht ein. Qualitätsprobleme eskalieren. Der Standort verliert Kunden. In diesen Situationen ist beratende Unterstützung zu langsam. Was gebraucht wird, ist jemand, der die Verantwortung übernimmt und Entscheidungen trifft – auch unbequeme.
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3
Transformation und Restrukturierung
Das Unternehmen muss sich verändern – Standortkonsolidierung, Verlagerung, Digitalisierung, Lean-Einführung. Solche Projekte brauchen eine Führungsperson, die gleichzeitig strategisch denkt und operativ anpackt. Das ist die Kombination, die ich mitbringe.
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4
Brückenmandat für geordneten Übergang
Die permanente Besetzung läuft, aber dauert noch drei bis sechs Monate. In dieser Zeit braucht es jemanden, der nicht nur die Stellung hält, sondern aktiv gestaltet – und dem Nachfolger eine gut geführte Organisation übergibt.
Wie ich „vorgehe"
In meinen Mandaten folge ich einem klaren Muster – nicht weil es ein Lehrbuch gibt, sondern weil es funktioniert. Die ersten 30 Tage sind entscheidend. Sie definieren, ob ein Interim Mandat Wirkung entfaltet oder nicht.
Woche 1–2: Zuhören und Messen. Ich verbringe Zeit am Shopfloor, in der Produktion, im Lager, bei den Meistern. Ich lese keine PowerPoint-Präsentationen – ich schaue mir die Realität an. Gleichzeitig baue ich das Messsystem auf: KPIs, Basiszahlen, erste Abweichungsanalysen. Was nicht gemessen wird, wird nicht verändert.
Woche 3–4: Erste Entscheidungen. Die schnellen Wins identifizieren. Strukturprobleme benennen. Das Team einschätzen. In meinen Mandaten treffe ich in den ersten Wochen mehr Entscheidungen als manche Führungskräfte in Monaten – weil ich es kann und weil es die Situation verlangt.
Monat 2–6: Transformation verankern. Systeme einführen, die bleiben. Shopfloor Management. KPI-Cockpit. S&OP. Papierlose Fertigung. Das sind keine Projekte – das sind neue Betriebsmethoden. Sie funktionieren nur, wenn sie von innen heraus akzeptiert werden. Kulturwandel ist Teil meines Mandats.
„Manche Interim Manager kommen mit einem Werkzeugkoffer voller Methoden. Ich komme mit dem Anspruch, Ergebnisse zu liefern – und der Erfahrung, wie das in der Praxis geht."— Michael von Plettenberg
Ergebnisse aus „der Praxis"
Zahlen aus realen Mandaten – nicht aus Hochglanzprospekten, sondern aus Werkhallen, Lenkungsausschüssen und monatlichen Board-Reportings:
Gesamtverantwortung
von 150 Tagen
in einem Mandat
EU, USA, Mexico
Was „mich unterscheidet"
Ich bin Diplom-Ingenieur Maschinenbau, Diplom-Wirtschaftsingenieur und M.Sc. Prozessmanagement. Das bedeutet: Ich verstehe die Technik im Detail – und ich verstehe die betriebswirtschaftlichen Konsequenzen. Im Boardroom spreche ich die Sprache der Zahlen. Am Shopfloor spreche ich die Sprache der Anlage. Das ist keine Selbstdarstellung – das ist die Voraussetzung dafür, dass Transformation in der Produktion gelingt.
Hinzu kommt: Ich habe als erster Unternehmer weltweit medizinische Daten über das Internet übertragen (Pharmacia, heute Pfizer) – im Jahr 2000. Digitalisierung ist für mich keine Modeerscheinung. Sie ist ein Teil meiner unternehmerischen DNA seit mehr als 25 Jahren. In jedem COO- oder Site-Manager-Mandat, das ich antrete, bringe ich diese digitale Perspektive mit – von Shopfloor-Digitalisierung bis zur automatisierten KPI-Steuerung.
Ich führe diskret. Meine Referenzen kommen von CEO EMEA-Ebene. Was in einem Mandat passiert, bleibt im Mandat – solange der Mandant das wünscht. Das ist die Grundlage für das Vertrauen, das in dieser Art von Zusammenarbeit nötig ist.
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