Was Automatisierung „wirklich ist"
Automatisierung hat ein Imageproblem. In der öffentlichen Debatte wird sie oft als Jobkiller dargestellt. In der Praxis erlebe ich das Gegenteil. In jedem Mandat, in dem wir automatisiert haben, sind Stellen nicht weggefallen. Sie haben sich verändert. Repetitive, körperlich belastende und fehleranfällige Tätigkeiten wurden von Maschinen übernommen. Die Menschen haben sich auf Steuerung, Qualitätssicherung, Verbesserung und Kundenorientierung konzentriert.
Das ist kein Zufall. Das ist das Ergebnis einer bewussten Entscheidung: Automatisierung nicht als Kostensenkungsprogramm zu begreifen, sondern als Investition in bessere Arbeit. Und als Voraussetzung dafür, in einem globalen Wettbewerb bestehen zu können.
„Automatisierung ist kein Angriff auf Arbeitsplätze. Sie ist ein Versprechen an die Mitarbeitenden: Eure Arbeit wird besser."— Michael von Plettenberg
Aus der Praxis: „Konkrete Mandate und Referenzen"
Automatisierung ist für mich kein abstraktes Konzept. Ich habe sie in Weltkonzernen und im Mittelstand eingeführt, begleitet und verantwortet. Hier sind die konkreten Bereiche und die Unternehmen, bei denen ich tätig war:
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Robotik am ShopfloorNedCar · Smart / Daimler
Volkswagen MexicoRoboterstationen für Schweißen, Montage und Handhabung in der Serienproduktion. Bei NedCar und Smart/Daimler war die Integration von Roboterstationen in bestehende Fertigungslinien eine der zentralen Herausforderungen. Bei Volkswagen Mexico kamen Cobots zum Einsatz, die Seite an Seite mit den Mitarbeitenden arbeiteten. Ergonomie, Taktzeiten und Qualität wurden gleichzeitig verbessert.
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Automatisierte MontageLaird Technologies
Einführung automatisierter Montageprozesse für elektronische Baugruppen. Präzision, Wiederholgenauigkeit und Taktzeit waren die entscheidenden Parameter. Die Automatisierung ermöglichte eine Fehlerquote, die manuell nicht erreichbar gewesen wäre. Gleichzeitig wurden die Mitarbeitenden für Prüfaufgaben und Prozessoptimierung eingesetzt.
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Logistik und LagerIKEA · Hilti AG
Kaeser KompressorenAutomatisierte Lagersysteme, Fördertechnik und Kommissionierprozesse. Bei IKEA und Hilti AG standen Durchsatz und Liefertreue im Vordergrund. Bei Kaeser Kompressoren war die Integration in das SAP TRM System der entscheidende Schritt. Wareneingangsprozesse, Lagersteuerung und Versand wurden durchgängig automatisiert.
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Prüf- und MessprozesseSchlote · Laird · Volkswagen
Heckler & KochAutomatisierte Prüfstationen, kamerabasierte Qualitätsprüfung und digitale Messwerterfassung. Bei Heckler & Koch und Volkswagen waren hundertprozentige Prüfung und lückenlose Rückverfolgbarkeit Pflicht. Bei Schlote und Laird wurde die Werkerselbstprüfung durch automatisierte Messsysteme ergänzt und die Prüfzeiten drastisch reduziert.
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Verwaltung und ERPKaeser · BMW · Laird
Prozessautomatisierung in der Auftragsverarbeitung, im Berichtswesen und in der Beschaffung. Bei BMW und Kaeser wurden manuelle Reporting-Prozesse vollständig automatisiert. Tägliche Reports, Bestandsmeldungen und Lieferantenauswertungen laufen ohne menschlichen Eingriff. Der Controller steuert statt zu tippen.
Die vier Ergebnisse, „die Automatisierung liefert"
Durchlaufzeiten drastisch reduziert
Automatisierte Prozesse kennen keine Pausen, keine Schichtwechsel, keine Rüstzeiten zwischen Varianten. In einem COO-Mandat haben wir die Durchlaufzeit von 150 auf 20 Tage reduziert. Automatisierung war einer der zentralen Hebel dafür.
FTE-Reduktion ohne Kündigungen
In meinen Mandaten wurde Automatisierung immer mit natürlicher Fluktuation kombiniert. Freiwerdende Stellen wurden nicht nachbesetzt. Vorhandene Mitarbeitende wurden umgeschult und in höherwertige Aufgaben gebracht. Sozialverträgliche Transformation ist kein Widerspruch zur wirtschaftlichen Notwendigkeit.
Fehlerquote gesenkt
Automatisierte Prozesse sind konsistent. Sie prüfen jeden Teil, jede Schweißnaht, jede Messung mit derselben Präzision. Die Fehlerquote sinkt nicht graduell. Sie sinkt drastisch. Nacharbeit, Ausschuss und Garantiefälle gehen zurück. Kundenzufriedenheit steigt.
OEE und Anlagenverfügbarkeit erhöht
Automatisierte Anlagen melden sich selbst. Predictive Maintenance greift bevor die Anlage ausfällt. Rüstzeiten werden minimiert. Der OEE-Wert steigt messbar. Mehr Output mit denselben Anlagen. Das ist der Hebel, den kein Investitionsprogramm so schnell erreicht.
Vier Prinzipien, „die über Erfolg entscheiden"
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1
Automatisierung ist die Konsequenz aus guten Prozessen
Wer einen schlechten Prozess automatisiert, automatisiert Fehler. Zuerst kommt die Prozessaufnahme, die Bereinigung, das Standardisieren. Dann erst die Automatisierung. Reihenfolge ist alles. Ein stabiler manueller Prozess ist die Voraussetzung für einen stabilen automatisierten Prozess.
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2
Ohne stabile Prozesse ist Automatisierung riskant
In jedem Mandat habe ich zuerst Stabilität hergestellt. Shopfloor Management eingeführt, KPIs aufgebaut, Störungsursachen beseitigt. Erst dann war der Boden bereitet. Automatisierung auf instabilem Fundament ist teuer, fehleranfällig und schwer zu korrigieren.
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3
Menschen müssen mitgenommen werden
Automatisierung erzeugt Unsicherheit, wenn sie nicht kommuniziert wird. Wer frühzeitig erklärt, was sich verändert und warum, wer zeigt, dass kein Arbeitsplatz wegfällt ohne soziale Begleitung, der gewinnt die Belegschaft als Mitgestalter statt als Widerstand.
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4
Automatisierung beginnt im Kopf der Führung
Kein Automatisierungsprojekt gelingt ohne eine Führung, die dahintersteht. Die Entscheidung zu automatisieren ist eine strategische Entscheidung. Sie muss vom CEO, COO oder Site Manager getragen und kommuniziert werden. Delegation an die IT oder den Betriebsmittelbau reicht nicht.
„Ich automatisiere nicht, um Kosten zu senken. Ich automatisiere, um Qualität zu sichern, Menschen zu entlasten und Unternehmen zukunftsfähig zu machen."— Michael von Plettenberg
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