Der Vertrag als Steuerungsinstrument
In der Praxis erlebe ich immer wieder dasselbe: Gute mündliche Vereinbarungen, schlechte schriftliche Verträge. Oder umgekehrt: Detaillierte Verträge, die im Tagesgeschäft nicht gelebt werden.
Professionelles Vertragsmanagement verbindet beides: rechtssichere Formulierungen, die im operativen Alltag tatsächlich angewendet werden. Forecasting-Pflichten, Frozen Zones, Schwankungsbreiten, Liabilitätsregelungen – all das gehört in den Vertrag, nicht nur in die Präsentation.
Procurement-Prozesse: Die AKV-Methode
In einem Mandat bei einem Elektronik-EMS-Unternehmen haben wir die Kundenverantwortung nach dem AKV-Prinzip (Aufgaben, Kompetenzen, Verantwortung) neu strukturiert. Jeder Kundenverantwortliche hatte klar definierte Ziele: Umsatz, Deckungsbeitrag, Vertragsgüte, Kundenzufriedenheit, Forecast-Qualität und Lagerbestand.
Das Ergebnis: Klarheit über Zuständigkeiten, bessere Kundengespräche, messbare Verantwortlichkeit. Procurement ist kein Verwaltungsjob – es ist eine Steuerungsfunktion.
EDI-Anbindung: Technik folgt Prozess
Electronic Data Interchange (EDIfact) ist der Standard für die automatisierte Lieferplananbindung zwischen Unternehmen. Die Technik ist verfügbar und bewährt. Die Herausforderung liegt nicht in der IT-Integration – sondern in der Prozessreife auf beiden Seiten.
Voraussetzungen für erfolgreiche EDI-Anbindung: stabile Planungsdaten beim Auftraggeber, definierte Schwankungsbreiten, klare Liabilitätsregelung, schriftlich fixierte Logistikvereinbarung. Wer diese Grundlagen nicht hat, sollte EDI nicht einführen – er würde Instabilität automatisieren.
„Ein Vertrag ist so gut wie seine Umsetzung. Ich schreibe keine Verträge für die Schublade – ich schreibe Verträge, die im S&OP-Meeting jeden Montag relevant sind."
— Michael von PlettenbergVertragsziel
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