Das Reifegradmodell der Lieferantenanbindung

Die meisten Unternehmen bestellen bei ihren Lieferanten – und nennen das Supply Chain Management. Es ist keines. Echtes SCM beginnt, wenn beide Seiten ihre Planungsdaten teilen.

In meiner Praxis nutze ich ein 6-stufiges Reifegradmodell zur Bewertung und Entwicklung der Lieferantenanbindung:

EDI und Lieferplananbindung in der Praxis

In mehreren Mandaten habe ich die Lieferantenanbindung per EDIfact umgesetzt. Die technische Anbindung ist die einfache Seite – die Herausforderung liegt in der Datenqualität. Ein Lieferplan, der auf schlechten Forecast-Daten basiert, ist wertlos.

Deshalb: Erst S&OP stabilisieren, dann Lieferanten anbinden. Die Sequenz ist entscheidend. Wer die Lieferanten zu früh anbindet, exportiert seine eigene Planungsunruhe in die Supply Chain.

Wiederbeschaffungszeiten als strategischer Hebel

WBZ-Reduktion ist einer der wirksamsten Hebel zur Bestandsoptimierung. Jeder Tag weniger Wiederbeschaffungszeit erlaubt niedrigere Sicherheitsbestände. In einem Mandat war das Ziel: 80% des Einkaufsvolumens mit WBZ ≤12 Tage.

Der Weg dorthin führt über drei Maßnahmen: Lieferanten-Entwicklung auf höhere Anbindungsstufen, Lieferplan statt Einzelbestellung, und aktive Verhandlung von Rahmenverträgen mit definierten Abrufmengen und Lieferzeiten.

„VMI ist nicht Vertrauenssache – es ist Systemfrage. Wer seinem Lieferanten gute Daten gibt, bekommt gute Lieferperformance zurück."

— Michael von Plettenberg
6 Stufen
Reifegradmodell
Lieferantenanbindung
VMI
Vendor Managed
Inventory Ziel
EDI
elektronische
Lieferplananbindung
−x Tage
WBZ-Reduktion
durch Anbindung
M
Zum Autor
Michael von PlettenbergDipl.-Ing. · Dipl.-Wirtschaftsing. · M.Sc.
25+ Jahre internationale Führungserfahrung als CEO, COO und Site Manager. Spezialist für operative Transformation, SCM und Prozessexzellenz.